Information zur Psychotherapie Drucken
Was ist Psychotherapie ?  

Von der Alltagserfahrung …

Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens in Situationen, in denen er verzweifelt ist, wo Ängste und Besorgnis ihn einholen und er allein erst einmal nicht weiterkommt. Dies ist nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig; oft hilft z.B. die Unterstützung im Freundeskreis.

… zur Psychotherapie

Wenn die eigenen Versuche, Lösungen zu finden und sich wieder zu festigen nicht gelingen, wenn die Situation der willentlichen Steuerung durch den Betroffenen nicht mehr oder nur noch zum Teil zugänglich ist, wird daraus eine behandlungsbedürftige Störung.

„Psychotherapie“ ist die Behandlung seelischer Störungsbilder, d.h. Veränderungen der Wahrnehmung, der Erlebnisverarbeitung, der Gefühle, des Verhaltens, der sozialen Beziehungen oder der Körperfunktionen, die in ihrer Ausprägung Krankheitswert haben.

Grundvoraussetzungen jeder Psychotherapie

Da die gefühlsmäßige und die körperliche Gesundheit eng miteinander verzahnt sind, behandelt die Psychotherapie nicht abstrakte „Störungen“ und „Symptome“, sondern konkrete Menschen, die an Störungen und Problemen leiden.
Psychotherapie berührt den intimsten und privatesten Bereich eines Menschen – die Seele.
Wie in keinem anderen Fach der Medizin ist die therapeutische Basis der Psychotherapie die menschliche Begegnung und das Gespräch. Manchmal kann ein zusätzliches Medikament sinnvoll , sein.

Psychotherapie stellt eine durch Vertraulichkeit und Schweigepflicht geschützte zwischenmenschliche Beziehung, die so genannte therapeutische Arbeitsbeziehung zur Verfügung. Das Gespräch in einer tragfähigen, vertrauensvollen Arbeitsbeziehung zwischen Patient und Therapeut als Experte, der ihre Probleme verstehen muss, ist das wichtigste Instrument zur Veränderung der psychischen Situation.
Diese Arbeitsbeziehung kann in unterschiedlicher Weise gestaltet werden.

Psychotherapieverfahren

Der Individualität der Lebensentwürfe und der Vielfalt der Zugänge zum Verständnis menschlicher Existenz gemäß haben sich unterschiedliche Psychotherapieverfahren entwickelt. Diese unterscheiden sich durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen im zugrunde gelegten Menschenbild und beziehen sich dabei auf anthropologische Grundannahmen, Persönlichkeits- und Störungstheorien, Behandlungs- und Techniktheorien und eine darauf beruhende Behandlungspraxis.
Psychotherapeutische Verfahren sind nicht etwa eine Sammlung von Behandlungstechniken, sondern wissenschaftlich begründete und fortlaufend überprüfte und weiterentwickelte Hilfsmittel zum Verständnis und zur Behandlung der vielfältigen Beeinträchtigungen, die indivduelle Lebensgeschichten erfahren können.

Während die Psychoanalyse und die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) davon ausgehen, dass mehr oder weniger unbewußte Spannungen/Konflikte unsere Wahrnehmung, unsere Gefühle unser Verhalten und damit unsere Entwicklung mitbestimmen, geht die Verhaltenstherapie (VT) davon aus, dass der Mensch alle wesentlichen psychischen Merkmale im Laufe seines Lebens erlernt.

Psychotherapieziele

Folgerichtig zielen Psychoanalyse und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie darauf ab, unbewußte Konflikte und Sinnzusammenhänge bewusst zu machen, um Lösungen zu ermöglichen, während Verhaltenstherapie darauf abzielt, ungünstige Lernerfahrungen in Form von Denk- und Verhaltensfallen zu erkennen und zu verändern.

Ausgehend von ihren Grundannahmen, arbeiten die Therapieformen mit ihren jeweils unterschiedlichen Behandlungstechniken daran, die Befähigung des Patienten wiederherzustellen oder zu entwickeln, seelischen Schmerz verwinden zu können und die auslösenden oder aufrechterhaltenden Bedingungen seines Leidens zu verändern oder sich daraus zu lösen.

Der Beitrag des Patienten

Gleich um welches Verfahren es sich handelt, entscheidend dafür, ob die Ziele, die sich Patient und Psychotherapeut vorstellen, erreicht werden können, ist die Bereitschaft des Patienten, sich auf eine vertrauensvolle psychotherapeutische Arbeitsbeziehung einzulassen, in der er sich öffnet und mitarbeitet.
Um den passenden Therapeuten zu finden, sind daher Probesitzungen bei verschiedenen Therapeuten möglich, in denen der Pat. einen persönlichen Eindruck gewinnt, sich über die Methode des betreffenden Therapeuten informieren, Fragen stellen und Befürchtungen äußern kann.